Wegweiser

Die Nachbarskinder haben gestern einen Wegweiser für den Garten gebaut. Verschiedene Städte und Orte, die für die Familie wichtig sind, sind in Schönschrift auf weiße Pfeile gemalt. Dazu die korrekte Kilometerangabe und natürlich weisen die Pfeile in die jeweils passende Himmelsrichtung. Wegweiser, das bringt mich zum Nachdenken ...

Beim Wandern weisen Schilder oder Pfeile den Weg, die Entscheidung für den einen oder den anderen Weg treffe ich selbst. Was ist mein Ziel? Wo will ich hin? Wie lang und wie anstrengend darf es werden? Bei Familienwanderungen ist es uns schon oft passiert, dass wir uns darüber nicht einig waren. Dann gab es an den Gabelungen kleine oder große Diskussionen, bevor ein Weg eingeschlagen wurde. Nicht immer waren alle Beteiligten am Ende glücklich …

Wie geht es mir mit meinem Weg? In der aktuellen Pandemie wissen wir alle nicht, wie es für die Wirtschaft weiter geht, wie sich die gesundheitliche und gesellschaftliche Situation entwickelt, welche Lockerungen sich bewähren, und was der richtige Weg ist. Wir experimentieren und lernen und unterstützen uns gegenseitig.

Doch das Nachdenken über die möglichen Optionen hilft. Welche Wegweiser helfen mir, meinen Weg zu finden? Was sind Kraftorte, an denen ich Energie tanke? Welche Menschen kann ich besuchen (natürlich auch virtuell), um mich verbunden zu fühlen? Welche neuen Wege kann ich ausprobieren und mich mutig auf unbekanntes Terrain wagen? Welche Werte sind meine inneren Wegweiser?

Die afrikanische Philosophie des „Ubuntu“ kann ein solcher Wegweiser sein. „Ubuntu“ steht für eine besondere Form von Nächstenliebe oder Gemeinsinn. „Ich bin, weil ihr seid. Ihr seid, weil ich bin.“ Ubuntu steht für ein ausgeprägtes Bewusstsein, Teil des Ganzen zu sein. Die Pandemie zeigt uns, dass wir alle in einer Welt leben und dass wir dieses Bewusstsein, in einem Boot zu sitzen, brauchen, um uns für einen guten Weg in die Zukunft zu entscheiden. Hey, es ist unsere Entscheidung, welchen Weg wir gehen!

Miteinander und voneinander lernen ist für mich persönlich ein großer Wert. Ich lerne von meinen Teilnehmenden und Coachées, sie lernen von mir. Ich lerne besonders von Menschen, die ganz anders sind als ich, und wir erweitern gemeinsam unsere Horizonte. Bis hin nach Südafrika!

Erzbischof Desmond Tutu:
Umuntu ngumuntu ngabantu. - Eine Person ist eine Person durch andere Personen.

Wenn ich jetzt an Nachbars Garten vorbei zu meinem Büro gehe, gehe ich in Richtung Ameland. Ein schönes Gefühl, ich lächle im Vorbeigehen und denke an die Orte, die für mich und meine Familie wichtig sind.

Eine kleine Geste der Achtsamkeit und eine wunderbare Einstimmung auf den Arbeitstag.

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